Zensus 2022: Bestandsmiete und Altbau-Anteil je Kiez
Der Atlas hat zwei neue Karten. Beide stammen aus dem Zensus 2022 der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder und zeigen Werte je Planungsraum, also für 542 Gebiete in Berlin.
Bestandsmiete
Die Karte Bestandsmiete (Zensus 2022) zeigt die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter in laufenden Mietverträgen. Das ist nicht die Miete in Wohnungsanzeigen: Neuvermietungen liegen meist darüber, lange laufende Verträge darunter. Die Karte zeigt also, was Menschen in einem Gebiet tatsächlich zahlen, nicht was eine freie Wohnung dort kostet.
Für die rechtlich maßgebliche ortsübliche Vergleichsmiete gilt weiter der Berliner Mietspiegel.
Altbau-Anteil
Die Karte Altbau-Anteil (Zensus 2022) zeigt, wie viele Wohnungen eines Gebiets in Häusern stehen, die vor 1949 gebaut wurden. Wir zählen Wohnungen, nicht Gebäude: Sonst würden Villengebiete mit wenigen großen Häusern genauso viel wiegen wie dicht bebaute Gründerzeit-Kieze.
Berlin-weit stehen rund 39 Prozent der Wohnungen in Häusern von vor 1949. Die Spanne ist groß: Rund um den Helmholtzplatz in Prenzlauer Berg sind es 70 bis 92 Prozent, in Teilen von Marzahn und Hellersdorf 0 bis 1 Prozent. Unter den Bezirken liegen Pankow (54,5 Prozent) und Friedrichshain-Kreuzberg (53,7 Prozent) vorn, Marzahn-Hellersdorf (6,4 Prozent) hinten.
So liest du die Karten
- Beide Karten haben fünf Farbstufen. Die Legende nennt für jede Stufe den Wertebereich.
- Beide Werte sind neutral. Mehr Altbau oder eine höhere Miete ist weder gut noch schlecht, die Karten fließen deshalb nicht in den Kiez-Score ein.
- Du kannst die beiden Karten kombinieren: Eine füllt die Fläche, die andere erscheint als Symbole. So siehst du zum Beispiel, wo viel Altbau und hohe Bestandsmieten zusammenfallen. Auch Milieuschutzgebiete lassen sich darunterlegen.
- Ein Klick auf eine Adresse zeigt den Wert des Planungsraums und daneben den Mittelwert für Kiez, Bezirk und Berlin.
- Der Adressvergleich nennt den Unterschied beim Altbau-Anteil in Prozentpunkten.
Methodik und Grenzen
Der Zensus erfasst Daten in einem Raster aus 100-Meter-Zellen. Wir ordnen jede Zelle über ihren Mittelpunkt einem Planungsraum zu und gewichten nach der Zahl der Wohnungen. Planungsräume mit sehr wenigen Wohnungen zeigen keinen Wert, weil einzelne Häuser das Ergebnis dort zu stark bestimmen würden.
Der Zensus verrauscht kleine Zahlen bewusst, um Einzelangaben zu schützen. Auf Ebene der Planungsräume gleicht sich das weitgehend aus. Der Stichtag ist der 15. Mai 2022. Seitdem haben sich Mieten verändert, die Baujahre eines Gebiets kaum.
Alle Details stehen auf den beiden Layer-Seiten und in der Methodik.
Quelle
Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Zensus 2022, Ergebnisse im 100-Meter-Gitter. Lizenz: Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0. Die Angaben stehen auch unter Quellen und Lizenzen.